Die Algenforschung hat zu bedeutenden Fortschritten bei Extraktions- und Verarbeitungstechnologien geführt. Durch die Analyse ihrer biochemischen Zusammensetzung konnten Wissenschaftler wertvolle Substanzen, wie Polysaccharide, Proteine, Pigmente oder Antioxidantien isolieren. Dadurch eröffnen sich neue Perspektiven für ihre Nutzung in verschiedenen Wirtschaftsbereichen.
Im Lebensmittelbereich haben diese Fortschritte die Entwicklung funktioneller Inhaltsstoffe mit interessanten ernährungsphysiologischen Eigenschaften ermöglicht, so wie natürliche Verdickungsmittel (Agar-Agar, Carrageene), omega-3-reiche Nahrungsergänzungsmittel aus Mikroalgen oder auch Produkte mit erhöhtem Gehalt an Ballaststoffen und pflanzlichen Proteinen.
In der Kosmetik werden bioaktive Verbindungen aus Algen (wie Fucoidane, Phlorotannine oder bestimmte marine Peptide) aufgrund ihrer feuchtigkeitsspendenden, beruhigenden, Anti-Aging- und antioxidativen Wirkung in Cremes, Lotionen oder Patches integriert. Damit wird man der steigenden Nachfrage nach natürlichen und umweltfreundlichen Inhaltsstoffen gerecht.
Im Bereich nachhaltiger Materialien werden aus Algen gewonnene Biopolymere zur Herstellung biologisch abbaubarer Biokunststoffe verwendet. Sie bieten eine vielversprechende Alternative zu erdölbasierten Kunststoffen und fügen sich in eine Logik der Nachhaltigkeit und ökologisch verantwortungsvollen Innovation ein, indem reichlich vorhandene und erneuerbare Meeresressourcen aufgewertet werden.